Soon…

Veröffentlicht: 3. Januar 2015 in Allgemein
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In etwas mehr als einem Monat geht es also los, mein – im Vergleich zu anderen, außereuropäischen Praktikumsplätzen vielleicht kleines, für mich aber doch großes – Abenteuer. Und auch wenn ich im vorletzten Beitrag geschrieben habe, dass ich „überzeugte Europäerin“ bin – so frage ich mich doch, ob ich denn eine überzeugende Europäerin bin? Meine Sprachkenntnisse z.B. sind zwar wild, diffus und vergleichsweise vielfältig, gehen aber in keiner Fremdsprache außer Englisch besonders weit. Ich hoffe, dass sich das für Polnisch zumindest insofern ändert, dass ich während meines Aufenthaltes in Krakau einige „alltagstaugliche“ Dinge aufschnappen und (hoffentlich) auch in einem Kurs lernen bzw. festigen kann.

Beim Europarat heißt die Zauberformel für die mehrsprachigen Europäer_innen (immernoch: der Zukunft??) ja „L1 + 2“, also die eigene Erstsprache und zwei weitere Sprachen. Umberto Eco hat einmal davon gesprochen, dass man als Europäer_in idealerweise in fünf Fremdsprachen zumindest rezeptiv gute Kenntnisse haben sollte: in je einer romanischen, slawischen und germanischen Sprache, in einer Sprache eines Nachbarlandes (die natürlich eine weitere aus einer der vorgenannten Kategorien sein kann bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit sein wird) und in Englisch als lingua franca. Interessanterweise bin ich aus dieser Aufzählung von der germanischen Fremdsprache (wenn Englisch eine eigene „Kategorie“ ist) am weitesten entfernt, da ich weder Niederländisch noch irgendeine skandinavische Sprache jemals auch nur ein bisschen gelernt habe (wobei ich mir kürzere Alltagstexte auf Niederländisch natürlich zumindest ungefähr zusammenreimen kann, gleichzeitig sind bei so großer Nähe der Sprachen wie bei Niederländisch und Deutsch aber wohl die „falschen Freunde“ besonders gefährlich).

Was Eco als „die“ germanische Fremdsprache im Blick hatte, als er diese Aufzählung tätigte, war mutmaßlich genau, was bei mir (in der ein oder anderen Form…) die Erstsprache ist und was ich bei meinem Praktikum vermitteln (helfen) soll: Deutsch.

Deutsch, dessen metaphorischer Rücken durch die große Zahl der Erst- und Zweitsprachsprecher_innen ebenso wie durch viele exportfreudige Wirtschaftsunternehmen gestärkt wird. Besonders in Ostmitteleuropa ist es – nach wie vor und wieder – eine wichtige (zweite) Fremdsprache – während sich nur vergleichsweise wenige Deutschsprachige für slawische bzw. baltische Sprachen, Ungarisch oder Rumänisch interessieren, geschweige denn, diese auf einem hohen Niveau beherrschen.

Und hier kommt für mich eben die Frage auf: Zählt sozusagen der Wille für’s Werk? Oder soll ich, drastisch formuliert, lieber mal die Klappe halten, solange ich sie selbst auch nicht in drei Sprachen fließend aufmachen kann…?

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