Welches Viecherl hätten Sie denn gerne?

Veröffentlicht: 24. Februar 2015 in Allgemein
Schlagwörter:, ,

Wer in Polen einkaufen geht, hat die Qual der Wahl zwischen nach allerlei diminuiertem Getier benannten Supermarktketten (Schweinderl sind leider, soweit ich das bisher überblicke, keine dabei): Żabka (Fröschchen), Małpka (Äffchen) oder doch der „polnische Hofer“, Biedronka (Marienkäferchen)? Nächstgelegen zu meiner Wohnung ist nun eine Filiale einer Kette, deren Namensgeber sich offensichtlich nicht einmal die in dieser Hinsicht meist unbesorgten Pol_innen zu verniedlichen trauen: Lewiatan. Die Filiale ist höchstwahrscheinlich „bigger on the inside“, anders kann ich mir trotz der Anordnung der Regale in einem gefühlt kilometerlangen Schlauch nicht vorstellen, wie alle Artikel des täglichen Bedarfs dort angeboten werden können. Beeindruckend (und trotzdem preiswert). Gut, Petersilie habe ich in meinem neuen Lieblings-Seeungeheuer leider keine gefunden, aber manchmal muss man eben auch ganz unkreatürlichen Lebensmittelläden eine Chance lassen. Carrefour zum Beispiel.

Advertisements
Kommentare
  1. derHase1 sagt:

    Dass wir in Österreich viel zu große und viel zu wenige Lebensmittelketten haben, ist ja ein altbekannter Hut. Aber wenn das dann doch so rasch und so beeindruckend vor Augen geführt wird, wie sich das anderswo gestaltet, überlegt man dann doch, warum und wieso. Ich hab in meiner Nähe gefühlte 100 Billa und dann noch etwa 99 Zielpunkt und Spar, aber das ist es dann auch schon. Ach ja, natürlich Billa und Lidl, aber das ist es dann wirklich auch schon. Und ich könnte mir vorstellen, dass in Krakau diese Ketten auch irgendwie ähnlich vertreten sind, das heißt, Malpka, Zabka etc sind on top – und offenbar auch preiswert. Warts ab, vielleicht findest du ja auch noch „Faulika“ und „Krokka“ (obwohl gerade „Krokka“ irgendwie ein Widerspruch wäre). Greeting nach Polen!

  2. Juliane sagt:

    Naja, ich hab keine Ahnung, ob und wie die Ketten eventuell zusammenhängen. In Ö könnte man ja auch auf den ersten Blick glauben, Billa, Merkur und Penny sind so toll unterschiedlich. 😉
    Was mich hier wirklich überrascht (auch schon im Dezember in Wroclaw beobachtet), ist, dass es viele ganz kleine Geschäfte gibt – vielleicht keine klassischen Greißlereien im österreichischen Sinn, aber eben doch auch kleine Geschäftslokale als Lebensmittelläden nutzend (im Fall „meiner“ Lewiatan-Filiale dürften sie halt zusätzlich einen Gang bis zum Erdkern geschlagen haben, um ihre Produkte unterzubringen).
    Kleine Korrektur (ist über Skype in der Aufregung nicht angekommen): Er heißt Krak, so wie der hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Krak 😉
    Greetings to good old Austria!

  3. derHase1 sagt:

    Ahja, Krak, das ist dann schon wieder nicht so seltsam. Ich fand Krok deshalb verwirrend, weil in „Stranger in a strange land“ wird alles, was behirnt wird, „bekrokkt“, und es gibt auch einen Krok, der sich dort herumtreibt. Was nicht ganz erklärt hat, wie ein Marsianer in Gestalt eines Drachen nach Krakau kommt. Aber jetzt klar Krakau = Krak. Oder so.

    Die kleinen Lebensmittelläden sind hier tatsächlich im Aussterben. In Bfurt haben wir immer darüber genörgelt, dass der letzte kleine Laden vor Jahren zugesperrt hat, aber wie dann wieder einer aufgesperrt hat, sind die Leute (einschließlich mea culpa meinereins) maximal um Semmeln und Milch hingegangen. Weshalb der Laden bald wieder zugesperrt hat.

  4. Juliane sagt:

    Das Problem mit den kleinen Läden ist sicher oft, dass sie entweder Teil einer Konsumgemeinschaft (Adeg, Nah&Frisch…) sein müssen, wo sie dann aber wieder u.a. die tollen 4c-Flugzetteln mitzahlen und alle Aktionsprodukte führen und zum Aktionspreis anbieten müssen, oder, wenn sie ganz unabhängig sein wollen, wahrscheinlich bei den Großhändlern noch viel mehr draufzahlen. Und natürlich, wenn man wegen *irgendeinem* Produkt, das es beim örtlichen Greißler nicht gibt, sowieso die div. Kilometer zum nächsten Hofer/Eurospar/großen Billa/… weiterfährt, gibt’s außer Altruismus halt wenige Gründe, nicht auch andere Sachen dort zu kaufen, insbesondere, wenn sie billiger oder frischer sind (Stichwort Obst und Gemüse – hier müssten kleinere Händler wahrscheinlich neue Strategien überlegen, z.B. einen explizit angekündigten Markttag einmal pro Woche, wo alles Grünzeug frisch und reichlich geliefert wird, vielleicht auch mehr Platz im Geschäft bekommt als üblich, während man an den anderen Wochentagen von vornherein damit rechnen muss, dass es halt auch mal überhaupt keine Tomaten, Paprika oder Weintrauben gibt). Nein, ich plane nicht, das zu einer Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Jedenfalls noch nicht. 😉

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s