Pada deszcz. Gotes cauen. Prší. Está lloviendo.

Veröffentlicht: 25. Februar 2015 in Allgemein
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Der mir bereits am Sonntag angekündigte, aus Richtung Wien hierhergeschickte Regen, hat es heute tatsächlich nach Krakau geschafft. Es schüttet, es nieselt, es regnet etwas stärker, es tröpfelt vor sich hin. Kein Problem, eigentlich sehr entspannendes Innenstadt-Wetter, das die Touristenmassen (zu denen ich mich bereits überheblicherweise nicht mehr zähle) in irgendwelche Innenräume treibt und daher, gut eingepackt, zu einem kleinen Spaziergang einlädt (der auf Polnisch übrigens „spacer“ heißt).

Womit die Neo-Krakauerin dabei nicht gerechnet hat: Mit der Mutter aller Pfützen (die auf (Ober-)Österreichisch „Latschen“ heißen), die sich am Fuße des Wawel (= Krakauer Burgberg) erstreckte. Wer aber stieg mitten hinein? Der das Weichselufer fotografierende Spaziergänger? Das nordic-walkende Pärchen in der sich als Landmarke anbietenden neonfarbenen Sportbekleidung? Die Familie mit den zwei kleinen Kindern, die sich gerade beide erfolgreich je einen hässlichen Plüschdrachen von den Souvenirständen vor der Drachenhöhle erbettelt hatten? Mitnichten. Es war natürlich die Schreiberin dieser Zeilen, die nie damit gerechnet hätte, eines Tages unbedarft in ein auf und in ihrem Weg stehendes Gewässer zu, nun ja, latschen, das so tief war, dass sich die Wassermassen erst oberhalb des linken Stiefelschaftes schlossen. Mit anderen, weniger den heutigen Tag des Schachtelsatzes zelebrierenden, sondern vielmehr Bernd das Brot zitierenden Worten: Mist. Es könnte sein, dass ich es in der Situation etwas unfeiner ausgedrückt habe.

Ich schlurfte also danach (in dem Gefühl, eine wandelnde Wasserleiche darzustellen) noch schnell einkaufen, wobei ich so verwegen war, beim Fleischhauer (der im deutschsprachigen Raum auch noch „Fleischer“ oder „Metzger“ heißt) Wurst einkaufen zu wollen. Meine kaum vorhandenen Polnischkenntnisse, die außerdem unter Druck noch weniger vorhanden sind, kollidierten dabei mit den gar nicht vorhandenen Englischkenntnissen der beiden Damen jenseits der Theke. Zum Glück gab es eine weitere Dame diesseits der Theke, die selbst gerade einkaufte und so freundlich war, mein Begehr nach 100 Gramm extrawurstartiger Putenwurst zu dolmetschen. Wie ich dabei gelernt habe, heißen 10 Gramm von was auch immer nicht nur in Österreich, sondern auch in Polen schlicht und ergreifend „Deka“.

So bleibt mir abschließend nur noch, zu erklären, was es mit der viersprachigen verregneten Überschrift auf sich hat:
„Pada deszcz“ (Polnisch) habe ich durch fleißiges Nachschlagen heute neu gelernt und finde den Klang dem Ereignis sehr angemessen.
„Gotes cauen“ bedeutet eigentlich „Tropfen fallen“ und ist in einem katalanischen Sprachwitz die Antwort auf die Frage, wie die Deutschen „plou“ (es regnet) sagen. Wer sich über die Witzigkeit dessen nicht ganz sicher ist, möge dem Witz noch die Chance geben, „Gotes cauen“ (mit kurzem o und c=k) laut auszusprechen.
„Prší“ ist die ultimative Möglichkeit, im Tschechischtest bei Frau Hana S. den verlangten vollständigen und korrekten tschechischen Satz abzuliefern und mir wahrscheinlich deshalb noch lange in Erinnerung.
Und „está lloviendo“ (Spanisch) schließlich bietet nicht nur im Sinne des von meinem Spanischlehrer so gern zitierten „Feng Shui“ die Abrundung, um zwei slawische neben zwei romanischen Sprachen repräsentiert zu haben, sondern verstärkt durch die Verlaufsform sogar noch den wirkmächtigen Eindruck des eingangs beschriebenen heutigen Regentages. „Es“ regnet und „es“ bleibt dabei.

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