Ich packe in meinen LKW…

Veröffentlicht: 5. März 2015 in Allgemein
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Die liebe Frau Hase hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich möglicherweise besser einen LKW anmieten sollte, um am Ende meines Krakau-Aufenthaltes all das nach Hause zu schaffen, was ich aus dem hiesigen Supermarkt-Angebot mitnehmen möchte.

Obligatorisch ganz zuoberst: Tee. Polen ist ein Land der Teetrinker_innen, was man u.a. daran erkennt, dass man selbst im kleinsten Greißlergschäfterl eine 100er-Packung Schwarztee erwerben kann, wozu man in Österreich entweder in den Hypermarkt gehen (und da noch fast Glück haben) muss oder zum türkischen oder britischen Delikatesswarenhändler bzw. (Witz an der Sache) ins nahe, z.B. tschechische Ausland, pilgern.

Doch auch sonst wissen mich die polnischen Fresswarenhersteller_innen zu überzeugen, etwa mit Krakauer Wurst mit „eingebackenem“ Bärlauch oder grünen Pfefferkörnern. Vor allem aber, in dem sie das Kind in mir ansprechen, mit Geschmäckern, so süß wie für Fünfjährige:

Ketchup beispielsweise ist in Polen nicht einfach nur łagodny (mild), sondern richtig süßlich. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann richtig gut (für mich – meine Mitbewohnerin kann es auch nach einem halben Jahr nicht ausstehen). Instantkakao ist in einem wirklich suchtfördernden Ausmaß abgerundet-süß und ähnliches gilt für die bei Carrefour entdeckten Honigflakes. (Wahrscheinlich schmecken letztere einfach nur so wie Honigflakes überall schmecken, ich hatte halt in Österreich seit Jahren keine und habe über all die normalen Cornflakes und Schokokugelsorten vergessen, wie sehr ich Honigflakes mag – aber hey, einfach nicht hinterfragen, sondern gleich noch einen Liter Milch kaufen). Hier bin ich Kind, hier darf ich’s sein…!

Mein neues Lieblings-Fake-Nutella (das ich sicher u.a. deswegen mag, weil es nicht in einem dieser furchtbar geformten Schokoaufstrichgläser daherkommt, aus denen man nie auch nur annähernd alles rausbringt – außer man ist meine Mutter, die ich hiermit herzlich grüßen lassen möchte oder so) ist eine Biedronka-Eigenmarke um umgerechnet knapp über einen Euro und hat beim Beladen meines virtuellen Polen-Export-LKWs nur den einen Schönheitsfehler, dass es eigentlich gar nicht aus Polen kommt, sondern in Berlin hergestellt wird, der Europahauptstadt der Diskontereigenmarken. Aber schhhhh. Es ist picksüß, es ist nussig, es hat eine polnische Aufschrift, die ich nur rudimentär verstehe, und ich liebe es. Also keine unnötigen Details bitte…

Ich verspreche, dass die nächsten Einträge weniger essenslastig sein werden – wie etwa die allerdings hiermit dann eigentlich auch schon fertig erzählte Geschichte, wie ich die von der Kritik gelobte, aber nie wirklich weitum bekannt gewordene Coriolanus-Verfilmung von und mit Ralph Fiennes bei Empik um 4,99 erstand. Zloty, wohlgemerkt, nicht Euro.

(Bevor jemand auf die Idee kommt, ich würde nur Supermärkte und Medienstores plündern (ähäm): Ich habe heute auch meine ersten beiden Unterrichtseinheiten hier gehalten – noch ein bisschen mehr „gut is gangen, nix is gschehn“ als „gut“, aber ein positives Gefühl. Vielleicht wird ja doch noch was aus mir und Unterrichten…?).

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Kommentare
  1. derHase1 sagt:

    Zunächst einmal: „Applaus, Applaus, Applaus!!!“ (bitte Kermits beste Marktschreierei vorstellen) zu den ersten überstandenen Unterrichtseinheiten. Da du weit weg bist und mich nicht verprügeln kannst, kann ich es ja sagen: Ich wußte, du machst das schon! *ggg* Und Details werde ich ja noch hören… (Nicht zu dem „Du machst da schon“, sondern zu den Unterrichtseinheiten.)

    Was meine Reise zu deinereins betrifft, frage ich mich, wie ich all die Fressalien, die ich vermutlich erstehen werde, back home karren soll. Gleich alles, was ich vorhabe anzuziehn, am Leib tragen und eine leere Riesentasche nachschleifen? Einen LKW mieten und anreisen? Wie? Wie?? Im Notfall überlasse ich alles deinem LKW, der vermutlich irgendwann im Sommer die beschwerliche (weil überladene) Heimreise antreten wird.

    Ich kann dich nur herzlich dazu ermuntern, bei deinem Aufenthalt im Gastland essenstechnisch alles zu genießen, was du dort gerne magst! Ich habs in USA genauso gemacht, hab nie so ungesund gegessen wie dort, aber ich habs überlebt, und daheim kann man dann ja wieder auf gesunde Ernährung achten. Ach, wenn ich an die herrlichen Maccaroni&Cheese aus der Dose (!!!) denke… Und hab ich schon die picksüßen Twinkies, Dingdongs und Devildogs erwähnt? Am besten im 10er-Pack. Dann natürlich das geniale Cherry-Coke…. Ich weiß schon, mittlerweile kriegt man es in homöopathischen Dosen bei Bobby´s etc – aber es geht doch nichts über eine Gallon voll Cherrycoke, die man mit herrlichem Sbarros – Takeaway nach Hause karrt um dort ein Gelage zu veranstalten… Und ich fang jetzt erst gar nicht an mit den Chains wie Red Lobster, Wendy´s, Dennys, International House of Pancakes….

    Daher wirklich ernsthaft: Viel Spaß mit der polnischen Küche! Nur: Heb mir was auf, für die Zeit, wenn ich dann auftauche! Ich persönlich habe auch überhaupt nichts gegen Bogs übers Essen. Winke!

  2. Juliane sagt:

    Also wenn du mit der Bahn anreist, dann sollte es ja die Möglichkeit geben, weitere Gepäckstücke aufzugeben. 😉 Sollte dir die polnische Küche wider Erwarten doch nicht zusagen, hast du übrigens auch in der Krakauer Innenstadt bzw. im riiiiesigen Einkaufszentrum am Bahnhof (Galeria Krakowska) die Rückfallmöglichkeiten zur angloamerikanischen Schnellversorgung, jedenfalls zu der, die sowieso international vertreten ist wie McDo, KFC, Cinnabon, Subway etc. Und natürlich Pizza Hut. Denn ganz generell gilt: They love their pizza in Cracow. (Lt. Mitbewohnerin die Stadt mit der größten Dichte an italienischen Restaurants außerhalb Italiens).

  3. […] wenn geliebte Dinge in viiiiel größeren Packungen daherkommen als in der Heimat. Siehe Tee. […]

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