Dinge, deren Funktion ich glaubte zu kennen (DDFIGZK)

Veröffentlicht: 9. März 2015 in Allgemein
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1) Kompott / kompot
Kompott, das sind eingelegte Früchte, die man aus dem Konservenglas in eine Schüssel gibt und mitsamt dem Saft löffelt? Fast. In Polen nimmt man den Saft (also eigentlich das den Fruchtgeschmack angenommen habende (Zucker-)Wasser), verdünnt ihn und serviert ihn (eventuell mit ein, zwei darin schwimmenden Früchten) als Getränk, insbesondere wenn man eine Milchbar führt und/oder ein Menü inkl. Getränk anbietet. Schmeckt gut, aber tote Litschis (beispielsweise) als Bodensatz sind doch ein bisschen gewöhnungsbedürftig.

2) Klo-Vorraum
In einem ‚halböffentlichen‘ WC (etwa auf der Uni oder in einer Gaststätte) gilt in etwa: Der Vorraum vor der Klokabine beinhaltet ein Waschbecken, Händetrockner/Handtuchspender etc. und trägt zu einer rascheren ‚Abfertigung‘ bei: Während sich Person A noch die Hände wäscht und trocknet, kann Person B bereits in die eigentliche Kabine, während dann Person B die Hände wäscht, kann bereits Person C aufs Klo usw. usf. – Nicht unbedingt: Es kann auch die Tradition bestehen, dass beides, Vorraum und Kabine, obwohl durch eine verschließbare Tür getrennt, immer nur einer Person auf einmal ‚gehört‘. Möglicherweise ist der Vorraum nach außen hin versperrbar (es gibt also zwei Schlösser: zwischen Vorraum und Gang, und zwischen Kabine und Vorraum) und die Leute reagieren verwirrt, wenn sie in den Vorraum hineinkönnen, aber dann die Kabine besetzt und versperrt vorfinden.
Darüberhinaus sind solche „Einzel-WCs mit Vorraum“ üblicherweise unisex (in kleinen Gaststätten gibt es meist wirklich nur eines), was etwa an einer mehrheitlich von weiblichen Studierenden und Lehrkräften bevölkerten Bildungsstätte echte (Zeit-)Vorteile hat (für die Herren vielleicht weniger, aber die einzige andere logische Lösung wäre in so einem Fall ja eigentlich, dass es maximal in jedem zweiten Stockwerk ein Herren-WC gibt, also auch nicht schneller).

3) Litfaßsäulen
Litfaßsäulen sehen zwar irgendwie wohlgefällig aus, sind aber ansonsten ein bisschen für den Hugo, weil sie durch ihre Hohlform Platz wegnehmen und es unter Umständen gar nicht so einfach ist, dort ein Plakat schön zu affichieren. – Aber wo denn! Das polnische (oder Krakauer?) Patent: Man nehme ein schöne große Litfaßsäule und baue einfach eine Mini-Trafik hinein. Voilà.

Attention, mes amis,...

Attention, mes amis,…

...la colonne litfass.

…la colonne litfass.

P.S.: Wie ich feststellen musste, schreibt man Litfaßsäule tatsächlich mit „ß“, was zwar einerseits für’s Auge ein bisschen gefälliger wirkt als „Litfasssäule“ (und womit sich auch leichter feststellen lässt, ob man genügend „s“ in das Wort eingefügt hat), andererseits aber dem Gebot „kurzer Buchstabe – Doppel-s“ zuwiderläuft, das in mir als Kind der Rechtschreibreform tief verankert ist. Aber was soll man machen, der Typ hieß nunmal so. Klugschiss (mit Doppel-s!) des Tages Ende.

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Kommentare
  1. Ruhrpottmädchen sagt:

    Moin:)

    Nach gefühlten Monaten des stillen Mitlesens geb ich nun auch einmal meinen Senf dazu:)
    Die Sache mit dem Kompot(t) klingt gruselig, muss aber bei einem Besuch unbedingt ausprobiert werden-einfach, weil es so strange anmutet. Man könnte das Prinzip ja auch bei anderen Lebensmitteln im Glas oder in der Dose anwenden, z.B. man serviert Wurstwasser als Getränk mit 2-3 Wurstscheiben als Garnitur bzw. Ersatzolive;) Frei nach Mundstuhl: Trinkt mehr Wurstwasser! (Wieso merkt sich mein Hirn derartige Dinge?)
    Zum Thema Toilette: Auch interessant, allerdings finde ich das seltsame Unisexkloprinzip an der Uni Wien auch etwas seltsam-oder ist das als Notlösung entstanden? Oder als bewusste Maßnahme? Weiß jemand mehr?
    Die Litfaßsäulentrafik ist putzig-ich bin schon als Kind überzeugt gewesen, dass in jeder Litfaßsäule eigentlich jemand wohnt. Schuld daran ist wohl ein frühkindlich rezipierter DDR-Film namens „Moritz in der Litfaßsäule“:)

  2. Juliane sagt:

    Moin moin und herzlich willkommen beim Dazusenfen! :)))
    Oh my… Wurstwasser mit Olive, das wird mich jetzt in meine Träume verfolgen. ^^ Essigwasser mit Gürkchenscheiben wäre vielleicht auch noch ein neuer Getränkehit… not.

    Die eine (mir bekannte) Unisex-Toilette an der Uni Wien, die im 2. Stock Juristentrakt, ist mutmaßlich wirklich als Notlösung entstanden, weil’s dort (fast) weit und breit keine anderen Klos gibt, aber in Wirklichkeit ist es sowieso gemeingefährlich, solange für fast ALLE Leute, die an der Germanistik LVen haben (und einen Teil derer, die an der Geschichte LVen haben) nur zwei WC-Kabinen vorgesehen sind. Da ist es dann irgendwie wirklich schon wurst(wasser – muss ich jetzt immer dazudenken), ob man die durchschnittlich 3,5 Männer noch woanders hinschickt oder nicht.

    Wenn man in einer Litfaßsäule wohnte, müsste man immerhin keinen Staub aus den Ecken wischen. Klarer Vorteil also. 😉

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