Wollt ihr mich veräppeln? Von Packungsgrößen

Veröffentlicht: 28. März 2015 in Allgemein
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Just another food post.

Auf manches ist man, wie es so schön heißt, einfach „eingeschustert“. Packungsgrößen alltäglicher Produkte sind so eine Sache, an die man sich – unbewusst – wohl ganz stark gewöhnt, sodass man bei abweichender Packungsgröße nicht nur den Preis schlechter vergleichen kann, sondern möglicherweise auch aus dem Rhythmus gerät, in dem man das entsprechende Produkt nachkaufen muss – besonders, wenn die Packungsgrößen plötzlich kleiner sind als gewohnt.

Mein erster Spanischlehrer hat einmal erzählt, dass sich hispanohablantes in Österreich zu Beginn manchmal fragen, ob sie nicht veralbert werden, wenn sie in einer Packung Eier nur 10 Stück und nicht una docena (das altbekannte Dutzend, von dem wir in der „halben“ Eierpackung ja auch immer noch ausgehen) vorfinden. Und ich habe hier in Polen immer noch eine gewisse, sagen wir, Unrundheit in Bezug etwa auf Butter (nur 200 g und nicht ein Viertelkilo), Nudeln (üblicherweise 400 g und nicht ein halbes Kilo in einer kleinen Packung) oder Klopapier (8 Rollen, irre dünnes und/oder irre kurzes Papier, oft nur 150 Blatt, verhältnismäßig teuer – also gefühlt wirklich Beschiss über Beschiss; ja, ich weiß, dass es in Österreich auch manchmal 8 Rollen in einer Packung gibt, aber üblicherweise nur im super-cosy oder „Umweltsiegel“-Segment, d.h. da weiß man wenigstens, wofür man die zwei ‚Phantomrollen‘ mitzahlt). Da stellt sich schon mitunter das Gefühl ein: Jemand hat fünf Deka von meiner Butter gefressen! Frechheit!

Schokolade kommt abwechselnd in 100-g- und 90-g-Packungen, was die Sache nicht gerade einsichtiger macht, wobei dieser Trend seit der Freigabe der entsprechenden Packungsgröße leider international zu beobachten ist (z.B. werden teurere Sorten zu 90 g abgepackt, damit sie um denselben Preis wie die günstigeren Sorten derselben Marke, die in 100-g-Packungen stecken, verkauft werden können). Saft und Softdrinks in den kleinen Glasflaschen in Restaurants kommen sowieso nur in zögerlichen Schlucken, auch bekannt als 200 ml. Ja, eh süß, aber halt doch ein bisschen von der Sorte „Einmal anschauen – schon verdunstet“. Da das Zeug aber im Normalfall günstig ist, greife ich dann doch immer wieder dazu, damit ich mir erspare, es aus lauter Gusto in größeren Gebinden im Supermarkt zu kaufen… was nicht heißt, dass ich nicht „sabotiert“ werden kann, so habe ich von meiner soeben ausgezogenen Mitbewohnerin No. 1 eine Flasche Fanta „geerbt“. Blöde G’schicht…

Gute Schokolade im doppelten Sinn: Packungsgröße 100 g + Sorten, mit denen man mich mästen könnte

Gute Schokolade im doppelten Sinn: Packungsgröße 100 g + Sorten, mit denen man mich mästen könnte

Insgesamt versuche ich aber, die Bereiche, in denen es in Polen üblicherweise oder ausschließlich kleinere Packungsgrößen gibt als in Österreich, als Chance zu begreifen: Wenn mir die Nudeln nicht so schmecken, sind sie früher wieder aus und ich kann andere nehmen. Es ist um ein Fünftel (von oben gerechnet) weniger wahrscheinlich, dass mir die Butter ranzig wird. Schokoladepackungen, die aussehen wie 100 g, aber nur 90 g beinhalten, sind gut für meinen Nährstoffspiegel, da ich irgendwie trotzdem glaube, 100 g (bzw. den äquivalenten Anteil) verspeist zu haben. Eine Packung mit 8 Rollen Klopapier passt gerade noch in meine große Einkaufstasche und ich muss sie nicht extra in der Hand tragen (dieses letztere irgendwie trotzdem ein schwacher Trost…).

Und: Schön wird es natürlich, wenn geliebte Dinge in viiiiel größeren Packungen daherkommen als in der Heimat. Siehe Tee. 😀

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Kommentare
  1. derHase1 sagt:

    Ich kann dein Problem so richtig gut nachvollziehen, allerdings brauchte ich dazu nicht einmal die Hoamat verlassen. Heute war ich im Metro, um so richtig gut Fleischi für Dessa (und natürlich auch Indy, der im Moment irgendwie ein bißchen das Stiefkind ist) einzukaufen, und ich muß anmerken, dass ich nicht gerade der routinierte Metro-Kunde bin. Die Packungen dort schüchtern mich total ein: Riesenmengen an Fleisch, an Milch, an Putzmitteln, an einfach allem. Und wenn man dann ganz vorsichtig zu den „kleinen“, also „normalen“ Einzelmengen greift und dann einen Blick auf den Preis wirft, so findet man, dass dieses Einzelding – so wie also normal im Geschäft erhältlich – entweder mindestens gleich viel kostet, wie im üblichen Supermarkt oder aber sogar mehr. Was einen verwirrt die Frage stellen läßt: What the heck mach ich eigentlich hier? Also gut, wieder zurück zu den Riesenmengen, aber auch hier obacht, da ganz oft für Otto Normalverbraucher – weil MWst dazu – der gleiche Preis wie draußen. Letztendlich, mit viel Tamtam, konnte ich dann ganz viel Faschiertes und Thunfischsteaks (yumyum) erstehen und hatte dann doch noch ein Schnäppchen gemacht. Aber rechne ja nicht meine königliche Arbeitszeit dazu…. *gg*

    ABER: Wenn der Tee in Riesenpackungen daherkommt, kann nicht mal ich meckern.

    P.S. Die Schoki auf dem Foto sieht tatsächlich „mastwürdig“ aus! 🙂

  2. Juliane sagt:

    Ad Schoki: V.a. Trauben-Nuss ist super – da sind Erdnüsse mit drin und das schmeckt man auch – yummi! Umgekehrt gibt’s hier Snickers mit Haselnüssen – war nicht so der Mega-Burner, schmeckt im Prinzip dann wie Nuts, also bloß der Versuch, im Segment des anderen Food-Giganten mitzunaschen(!)… (und ganz eigentlich sollte man wohl beide meiden, Mars und Nestle).

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