Festiwal Kultury Żydowskiej (Part III)

Veröffentlicht: 10. August 2015 in Allgemein
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Bevor die besprochenen Inhalte in den Status des Schon-gar-nicht-mehr-wahr-Seins eintreten, liefere ich hiermit nun den lange versprochenen dritten Teil übers Festiwal Kultury Żydowskiej / Jewish Culture Festival, das, wie gesagt, von 25.06. bis 05.07. in Kazimierz stattgefunden hat. 🙂

Film, Tanz und Musik

Das Festival (d.h. die Veranstaltungen u.a. in den Synagogen) wie auch das „accompanying programme“ (im JCC und im Galicia Jewish Museum) boten mehrere Schienen, um sich mit den Künsten zu beschäftigen – rezeptiv, aber teils auch produktiv. Drei Beispiele:

Ida
Ich konnte ja doch nicht aus Krakau wieder heimfahren, ohne DEN polnischen Film des Jahres (oder der letzten beiden Jahre) gesehen zu haben – Ida, das mit dem heurigen „Auslandsoscar“ prämierte Drama des in Großbritannien lebenden Regisseurs Paweł Pawlikowski. Die im Galicia Jewish Museum laufende Reihe „The Space of an Image“, die (fast) jeden Tag ein bis zwei Filme bot, gab mir hierzu die sogar kostenlose Gelegenheit (gegen vorherige Abholung von Zählkarten – as easy as pie, wenn man sich untertags sowieso alles Mögliche im Umkreis ansieht und -hört).
Zum Film selbst, ein bisschen mithilfe von Gedankengängen meines lieben Mitbewohners No. 3: Ein Film, der einen sehr gefangen nimmt, während man ihn ansieht, der aber aus irgendeinem Grund nicht zwingend dazu herausfordert, ihn nochmals anzusehen. Aber schon wegen der kontroversen Aufnahme in Polen selbst auf jeden Fall sehenswert, und se es nur, um sich etwas unter den „Anklagepunkten“ vorstellen zu können (insbesondere wurde intensiv die Darstellung von Pol_innen als ‚as oppressors rather than World War II victims’ kritisiert).

Tea Dance Party

Tea Dance Party

Tea Dance Party
Fünf Tage lang hatten Interessierte die Gelegenheit, verschiedene Tanz-Workshops zu besuchen, die alle rund um das Motto „The Polish-Yiddish Ballroom“ kreisten – es ging gemäß Festival-Programmheft v.a. um europäische Gesellschaftstänze, die im 19. und frühen 20. Jh. Eingang ins Klezmer-Repertoire fanden. Als Abschluss dieser Workshop-Reihe (an der ich als begnadete Tanz-Legasthenikerin lieber nicht teilgenommen hatte) fand am Freitag, 3. Juli, ab 19 Uhr die „Tea Dance Party“ auf dem Plac Wolnica statt, dem ehemaligen Rathausplatz von Kazimierz (bzw. ist, genau betrachtet, der Plac Wolnica das, was vom ehemals riesigen Hauptplatz Kazimierz’s übriggeblieben ist). Unter der Leitung von Steve Weintraub (USA) zeigten die Workshop-Teilnehmer_innen, was sie gelernt hatten – und alle anderen konnten mitmachen, wenn sie wollten, da die Figuren der meisten Tänze kurz eingeübt und dann über Mikrophon angesagt wurden. Die ausgelassene und doch konzentrierte Stimmung, die live gespielte und daher für Zurufe des Maestros empfängliche Musik, die nach einem heißen Tag angenehme Abendstimmung – ganz großes Tennis, sodass sogar ich mich fast reif zum Mittanzen fühlte. Fast – vielleicht 20 Minuten mehr oder jemanden, die/der mir den entsprechenden Stoß oder (noch besser) Zug gibt, hätte es wohl noch gebraucht… „maybe next year“ (um aus dem Song Canada von Milow zu zitieren)…?

Alte Zachen

Alte Zachen

Shalom on Szeroka Street
Kurz und bündig gesagt: Das große Abschlusskonzert des Festivals – mit diversen Bands, die in der Konzertreihe gespielt hatten, in Reprise, und ausnahmsweise vergleichsweise viel Security-Aufwand (merke: nicht außen an den Absperrungen stehen, zwenga dem Durchgang warads) – wobei „viel“ wirklich in Vergleich mit sonstigem Krakauer und insbesondere FKŻ-Security-Aufwand zu setzen ist, beim Eintritt in den Mailänder Dom (beispielsweise) ist die Taschenkontrolle strenger als beim Shalom
Weil ich leider nach einem sehr sonnigen und mit einem schönen Ausflug ins Umland verbrachten Tag mehr geschüttelt als gerührt war, habe ich letztlich nur zwei Bands gesehen, aber schon das hat sich absolut ausgezahlt: Alte Zachen (sehr, sehr super und nicht halb so angestaubt, wie der Name glauben lassen möchte) und die Klezmatics (auch sehr toll), mit deren „Mermaid Avenue“ ich diesen Blogeintrag auch abschließen möchte:

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