Mit ‘Planty’ getaggte Beiträge

Tags im Museum. Eine Bildgeschichte.

Veröffentlicht: 4. Juni 2015 in Allgemein
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Światowid, seines Zeichens slawische Gottheit, der noch im 10. Jh. diese Stele gebaut wurde. Heute sowas wie ein Herzstück des Museums.

Światowid, seines Zeichens slawische Gottheit, der noch im 10. Jh. diese Stele gebaut wurde. Heute sowas wie ein Herzstück des Museums.

Das Muzeum Archeologiczne w Krakowie, vom Wawel nur durch einen schnellen Sprung durch die Kanonicza oder den südwestlichsten Teil der Planty getrennt, ist ein Museum, das noch erfrischend unbeleckt von Blinki-blinki-Multimedia-Zeugs ist (v.a. von solchem, das hauptsächlich um seiner selbst willen zu blinken scheint). Dennoch gibt es insbesondere in der Ausstellung zur europäischen bzw. lokalen Archäologie – von Ur- und Frühgeschichte bis zur Mittelalterarchäologie – ein gut durchdachtes Ausstellungskonzept, das einige gleichbleibende Zeitpunkte (die man sich natürlich nicht in dem Sinne so punktuell denken darf) als Referenz nimmt, um die Entwicklung in verschiedenen Abteilungen wie Landwirtschaft, Jagd und Handwerk oder Kleidung und Schmuck zu zeigen.

Ich ging letzten Sonntag bei verhältnismäßig geringem Andrang hinein, trotz Gratisöffnung mit (daher) komprimierter Öffnungszeit, da das Leben sonntagsausflüglerischer Familien an diesem Tag ganz eindeutig in den Straßen der Innenstadt und am Rynek spielte, wo der „Tages-Teil“ der Parada Smoków (Drachenparade) stattfand.

Ein paar meiner persönlichen Highlights im Folgenden in Bildern:

Ja, ich bin eine verdammte mumifizierte Katze aus der ägyptischen Abteilung. Und überhaupt nicht creepy.

Ja, ich bin eine verdammte mumifizierte Katze aus der ägyptischen Abteilung. Und überhaupt nicht creepy.

6800 B.C. - when Earth was roamed by sable-tooth cats and spitz-type dogs.

6800 B.C. – when Earth was roamed by saber-toothed cats and spitz-type dogs.

160 A.D. - the horsie is not impressed.

160 A.D. – the horsie is not impressed.

Will haben: Birkenrindenköcher aus dem 7. Jahrtausend v.Chr.

Will haben: Birkenrindenköcher aus dem 7. Jahrtausend v.Chr.

Krakau, 3. Jh. v.Chr., oder doch Waldviertel, 20. Jh. n.Chr....?

Krakau, 3. Jh. v.Chr., oder doch Waldviertel, 20. Jh. n.Chr….?

Meet the ancestors.

Meet the ancestors…

Der Großvater von Ethan Hawke ist übrigens auch hier.

…z.B. den Großvater von Ethan Hawke.

Man ahnte es immer schon: Die Kelten waren Hipster. Auch die Keltinnen könnten unverändert in die Vogue weiter (160 n.Chr.).

Man ahnte es immer schon: Die Kelten waren Hipster. Auch die Keltinnen könnten unverändert in die Vogue weiter.

Demnächst in der Modeschmuckabteilung Ihres Vertrauens: Ohrringe (um 1300)...

Demnächst in der Modeschmuckabteilung Ihres Vertrauens: Ohrringe (um 1300)…

...und Set aus Halskette und Ring (um das Jahr 1000) aus dem Mittelalter.

…und Set aus Halskette und Ring (um das Jahr 1000) aus dem Mittelalter.

Aus der Sonderausstellung zu Kriegerfriedhöfen des ersten Weltkrieges: Hir ruht di Orthographi.

Aus der Sonderausstellung zu Kriegerfriedhöfen des ersten Weltkrieges: Hir ruht di Orthographi.

Schöner trinken. Ein Bildpost.

Veröffentlicht: 4. Mai 2015 in Allgemein
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Nein, es geht nicht um Alkoholgenuss und schon gar nicht ums „Schönsaufen“. Es geht vielmehr um die Kombination aus dem ästhetischen Genuss (sozusagen „das Auge trinkt mit“) und einem guten Getränk. Damit mein Blog also endgültig zum Foodblog verkommt: Eine Bildgeschichte. Eine Bildgeschichte mit einem Disclaimer vorab: Vom lokalen Hipstergetränk „Yerbata“ (Matemix, in Flaschen abgefüllt und gekühlt serviert), stilgerecht im „Café Bunkier“ (Planty) serviert, gibt es leider (noch) kein Bild. Vielleicht wird das noch bei Gelegenheit eingefügt… vielleicht.

Heiße Schokolade in der

Heiße Schokolade in der „Mleczarnia“ (ul. Meiselsa, Kazimierz) – schöne dicke Schokolade, leicht herb, mit Keksen serviert. Wie heißt es so denglisch? „I’m loving it“.

Grapefruitsaft (gibt es hier häufig als Saftoption - yeah yeah yeah!) direkt am Rynek, im Ogródek Pod Baranami, trotzdem fairer Preis.

Grapefruitsaft (gibt es hier häufig als Saftoption – yeah yeah yeah!) direkt am Rynek, im Ogródek Pod Baranami, zum trotzdem fairen Preis. Abwechslungsreiche Zitate und Sprüche auf den Tischen.

Dilmah-Tee ist gut, wenn auch vielleicht nicht außergewöhnlich (in der Gastronomie in Polen oder Tschechien jedenfalls) - außergewöhnlich sind allerdings die alten Nähmaschinentischchen im

Dilmah-Tee ist gut, wenn auch vielleicht nicht außergewöhnlich (in der Gastronomie in Polen oder Tschechien jedenfalls) – außergewöhnlich sind allerdings die alten Nähmaschinentischchen im „Singer“ (Kazimierz).

Und Kazimierz encore, mit Blick auf Podgórze: Auf der

Und Kazimierz encore, mit Blick auf Podgórze: Auf der „Barka“ (ja, richtig vermutet, es handelt sich um ein Schiff) gibt es stilvolles Mineral für mich und hippen Cider für alle die Cider wollen. 🙂

P.S.: Heute vor einem Jahr habe ich erstmals polnischen Boden betreten (auf dem Hauptbahnhof in Krakau), morgen vor einem Jahr das erste Mal unterrichtet (Schüler_innen und damit nicht meine intendierte Zielgruppe, aber man lernt nie aus). Leicht surreal irgendwie, aus heutiger Sicht…

VLUU L310 W  / Samsung L310 W

Vor einer Woche hätte ich im winterlichen Zakopane noch eher T.S. Eliot zum April zitieren können, „April is the cruellest month“. Mittlerweile ist allerdings, jedenfalls in Krakau, tatsächlich der Frühling ausgebrochen, und auch wenn die „shouers soote“ bislang noch ausgeblieben sind (angeblich soll sich das am Mittwoch ändern), so „longen folk to goon on pilgrimages“, zumindest am Wochenende, und wenn schon nicht bis Canterbury, dann in die Planty, ans Weichselufer oder zur nächsten Eisdiele. So auch ich, wobei neben einigen vor Frühling strotzenden Fotos auch folgendes Poem im Stile von Alf Poiers „Good Old Europe is Dying“ entstanden ist (ich halte Alf Poier nicht aus, aber der Vierzeiler aus diesem Lied hat sich dermaßen in mein Hirn eingebrannt, dass ich ihn immer wieder abwandle, wenn ich irgendwo sitze und auf etwas warte o.ä.):

Ich sitze ganz alleine in den Planty
und schau den Radlfahrern hinterher;
zwei ält’re Leute ziehen Absperrungen
und keiner hält sich daran bittesehr.

(kursiv = Versbetonung schlägt Wortbetonung, während beide zusammen ein gewisser Schlag ins Gesicht des Metrums sind)

VLUU L310 W  / Samsung L310 W

Hinter der Fotografin und daher nicht im Bild: rotweißes Absperrband.

Wozu die rotweißen Absperrbänder wirklich gut sein sollten – ich hatte keine Ahnung, als ich dort saß und meine Gedanken darüber zu Papier brachte. Die beiden (bzw. wie sich später herausstellte: drei) Leutchen um die 60 trugen zwar je eine gelbe Sicherheitsweste mit der Aufschrift „Ochrona“ (Security), saßen nach dem Anbringen der Absperrbänder aber wieder ganz gemütlich herum und ermahnten auch nicht etwa die Passant_innen, die die Absperrung fast allesamt großzügig ignorierten. Irgendwo hatte ich im Vorbeigehen irgendwas mit pamię… (Erinnerung/erinnern) gelesen – also vielleicht ein Kunst-/Gedenkprojekt?

Nach etwa zehn Minuten installierten die beiden Herren und die Dame „Ochrona“ die nächsten Absperrbänder an den nächsten drei ‚Querwegen‘ – allerdings diesmal so hoch oder so tief, dass man ganz, ganz leicht darunter durchgehen oder aber darübersteigen konnte – also noch ’sinnvoller‘ als Absperrung als die bisherigen Bänder… Wofür auch immer hier abgesperrt wurde, die möglichen Teilnehmer_innen und Zuschauer_innen würden sich wohl freiwillig an die Absperrungen halten. Oder doch ein Kunstprojekt? Ich fragte mich schon ernsthaft, ob ich es durch meine Anwesenheit im Park gerade quasi ins MOCAK (Krakauer Museum für moderne Kunst) schaffte.

Tja, hätte ich abgewartet, hätte ich vielleicht noch vor Ort erfahren, worum es sich tatsächlich handelte: Um einen fünf Kilometer langen Gedenklauf, Bieg Pamięci, mit Ziel an der Schindlerfabrik in Podgórze. Die feineren Details entgingen mir auch im Internet, da ich keine Beschreibung auf Englisch finden konnte, aber immerhin weiß ich jetzt, dass ich zwar vielleicht etwas versäumt habe, aber doch nicht das Event des Jahres, da sich bei mir das Interesse, anderen Leuten beim Laufen zuzusehen, eher in Grenzen hält. Kudos trotzdem an diejenigen, die heute gelaufen sind, denn soweit hätte es bei mir, auch wenn ich früher von der Veranstaltung gewusst hätte, ja sicher auch nicht gereicht: Aktivlaufen noch unattraktiver als Passivlaufen… 😉