Mit ‘Winnie Puuh’ getaggte Beiträge

Ich falle möglicherweise manchen damit schon auf die Nerven, aber: John Finnemore is BRILLIANT!  Zum Zelebrieren dieses vollkommen wissenschaftlich gesicherten Faktums und aus Anlass des Geburtstags einer sehr lieben Person, die Fan eines gewissen Bären ist, gibt es heute diesen Ausschnitt aus der ersten Staffel von John Finnemore’s Souvenir Programme (2011):

Happy Bearthday! 🙂

Varsovie encore

Veröffentlicht: 10. Mai 2015 in Allgemein
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In meinem derzeitigen, leicht verkühlungsbedingten Stupor (ja, so blöd muss man mal sein, sich im Mai zu verkühlen!) habe ich festgestellt, dass noch (mindestens?) ein Warschau-Blogpost auf das Geschriebenwerden wartet – in dem es u.a. um vorübergehend in Schutt und Asche gelegte Schlösser in Polen geht. And here it comes…

Le château royal

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Das Warschauer Königsschloss (Zamek Królewski w Warszawie) war, wie der größte Teil der Warschauer Innenstadt, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von den Nazis systematisch zerstört worden. Anders als der Rest der Alstadt wurde es erst in den 1970er- und 1980er-Jahren wieder aufgebaut – so lange verwehrten sich die kommunistischen Machthaber_innen gegen den Wiederaufbau dieses „klassenfeindlichen“, weil monarchistisch konnotierten, Gebäudes. Ähnlich wie bei anderen Gelegenheiten ließen sich die Pol_innen aber ihre Liebe zu Kirche und Königtum (letzteres vor allem, sofern historisch verklärt) nicht nehmen und stellten das fünfeckige Gebäude unter entsprechenden Mühen wieder dorthin, wo es immer gestanden hatte – mit einem durch den Wiederaufbau ermöglichten Bonusfeature:

Gotik / Rokoko

Gotik / Rokoko

Rokoko / Renaissance

Rokoko / Renaissance

Die Hofinnenseiten, im Original über die Jahrhunderte gewachsen und im Stil angepasst, wurden in drei unterschiedlichen Stilen (Gotik – mit Renaissance-Aufbau, da das gotische Gebäude nie so hoch gewesen war -, Renaissance und Rokoko) wiederhergestellt, sodass man von außen die elegante und einheitliche Renaissance-Fassade sieht, im Schlosshof aber sozusagen die Baugeschichte im Zeitraffer sieht – Museumsfunktion quasi inkludiert. Einen guten Eindruck bekommt man bei diesem Schlosshofpanorama des Bloggers Stefan Maier – aber Achtung, nicht schwindlig werden! 🙂

Zum Königsschloss wurde das Teil in Warschau durch den schon einmal kurz erwähnten Sigismund III. Wasa, der die Residenz 1596 von Krakau nach Warschau verlegte (was ihm die Krakauer_innen bis heute nicht verziehen haben) – wofür er wohl eine Mischung aus verschiedenen Gründen hatte: Zum einen liegt Warschau fast 300 km näher an seinem heimatlichen Schweden, auf dessen Thron sich Sigismund (eher unberechtigte) Hoffnungen machte; zum anderen liegt Warschau innerhalb der Grenzen des Polnisch-Litauischen Großreichs des 16. Jahrhunderts um einiges mittiger als dies im heutigen Polen der Fall ist (sowie definitiv um einiges mittiger als Krakau, damals oder heute); und zum dritten war dem intelligenten Knaben gelungen, im Rahmen von alchemistischen Experimenten einen Gutteil des Wawel-Schlosses in die Luft zu jagen. Was zwar „zeitnahe“ wieder aufgebaut wurde, wie das Bild unten beweist (wenn auch ohne die wunderschönen Wandmalereien, die auf der rechten – unzerstört gebliebenen – Seite zu erkennen sind), aber bei Königs wohnt man halt nicht gerne auf einer Baustelle.

Nicht Warschau, sondern Wawel: Renaissance-Innenhof.

Nicht Warschau, sondern Wawel: Renaissance-Innenhof.

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Winnie l’ourson

Nicht nur Zakopane, auch Warschau liebt ganz offensichtlich den Puchatek:

Matroschka in Bärenform. Fragt mich nicht, wie die weiteren Ebenen aussehen (kleinere Winnies ohne Ohren? Missgestalteter Tigger und mehr oder minder eiförmiges Ferkel?)

Matroschka in Bärenform. Fragt mich nicht, wie die weiteren Ebenen aussehen (kleinere Winnies ohne Ohren? Missgestalteter Tigger und mehr oder minder eiförmiges Ferkel?).

Drei in Polen häufig anzutreffende Spezies: Ein Puuh-Bär grüßt Tourist_innen und einen Zug von Abtreibungsgegner_innen.

Drei in Polen häufig anzutreffende Spezies auf einem seltenen gemeinsamen Bild: Ein Puuh-Bär grüßt Tourist_innen (Vordergrund) und einen Zug von Abtreibungsgegner_innen (Hintergrund).

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Et tout le rest

„Nimm ein Pakiet für mein Sekret“ – ich könnte mich schon fast bei der Wiener MA48 als Hundstrümmerlpoetin bewerben, oder?

Nein, natürlich wird jetzt nicht der ganze Rest Warschaus hier in den letzten Absatz gezwängt; das wäre nicht nur stark verwegen, sondern schon aus dem Grund unmöglich, dass ich im April ja nur einen geradezu lächerlich kleinen (wenn auch hoffentlich für 48 Stunden angemessenen) Ausschnitt der Hauptstadt Polens gesehen habe. Was jedenfalls bleibt, ist der Eindruck der schieren Größe an verstädtertem Gebiet (auch Krakau ist nicht klein, aber man ist viel schneller gefühlt „am Land draußen“, in Villensiedlungen, oder aber in weitgehend bürogebäudelosen Arbeiter_innenvororten) und die nicht unbedingt durch die Gebäude selbst, aber durch den Wissenskontext enstandene Ehrfurcht vor dem gewaltigen Wiederaufbau nach 1945 und vor den beiden verzweifelten Aufständen (Warschauer Ghettoaufstand; Warschauer Aufstand) davor.

Abschließende Worte zum ewigen Streit Warschau vs. Krakau: Why not both?!

VLUU L310 W  / Samsung L310 WJa, wie im Titel schon überdeutlich angedeutet, war ich zum Essen bei Puuh und Tigger. In einem (sagen wir vorsichtig: etwas abgefucktem) Hinterhof an der ul. Krupówki (der erwähnten „Hauptstraße“ und durchtouristisierten Fußgängerzone in Zakopane) liegt ein (sagen wir vorsichtig: eklektisch eingerichtetes) kleines Lokal mit bodenständiger Küche, dessen Hinweisschild an der Straße mich mit einem Menü um 12 Zloty – und eben Winnie Puuh – geködert hatte. 15 Meter von der touristischen Haupteinfallsroute dann auch die (solange ich hinüberbringe, was ich möchte, irgendwie nette) Überraschung, dass hier Englisch weder gesprochen noch verstanden wird. Julianes Volldeppenpolnisch (und teils die lustigerweise doch übersetzte Speisekarte) for the rescue!

"Chakta Puchatka" bedeutet "Puuhs Hütte" und ist der polnische Titel von "The House at Pooh Corner", dem zweiten Puh-Bär-Buch von A.A. Milne (1928)

„Chakta Puchatka“ bedeutet „Puuhs Hütte“ und ist der polnische Titel von „The House at Pooh Corner“, dem zweiten Puuh-Bär-Buch von A.A. Milne (1928)

Das Menü war für den Preis ganz okay und sehr reichlich – die Tomatensuppe mit selbstgemachten (!) Nudeln sehr gut, das Hühnerschnitzel etwas fettig, die – leider – gewohnt faden und teils klobig-harten Erdäpfel letztlich einfach zu viel. Ach so, Rotkraut war auch dabei, als Salat und noch dazu als meine eigene Wahl (dafür wurde die polnisch-englische Speisekarte benötigt), aber das bitte nicht weitersagen, sonst fragt sich meine Oma, warum ich es bei ihr ein Vierteljahrhundert lang verweigert habe…

Das Puh-Thema wird bis zum Gartenzaun durchgezogen...

Das Puuh-Thema wird in der Chatka Puchatka bis zum Gartenzaun durchgezogen.

Irgendwann im Zuge meines Schnitzelessens trat ein deutschsprachiges Kind auf und – aus. Es wanderte nämlich vom großen Schankraum durch den kleineren Raum, wo ich saß, zum WC und teilte seinen Eltern noch in Lokallautstärke irgendeine Belanglosigkeit mit (Motto: es versteht eh keiner – und in dem Fall hat es die, die es verstanden hat, auch gleich wieder vergessen). Ich vermied schon beinahe instinktiv augenblicklich alles, was darauf hindeuten könnte, dass ich auch nur ansatzweise Deutsch verstehe oder spreche.

Auch so eine Zakopane-Geschichte, in zwei Bildern (eigentlich würde das zweitere schon reichen), schnell erzählt:

Wem drei Dimensionen zu wenig sind...

Wem drei Dimensionen zu wenig sind…

...der wechsle doch einfach ins 7D-Kino.

…der wechsle doch einfach ins 7D-Kino.

Und auch nicht schlecht – weder Weihnachten noch 1. April, aber dafür dem Schneefall angepasst: Die Ganzjahresriesenkrippe gegenüber der Kirche zur heiligen Familie in Zakopane:

VLUU L310 W  / Samsung L310 W

Der Zakopane-Bewohner_innen liebste Beschäftigung nach dem Zimmervermietern ist derzeit übrigens das Schneeschaufeln. Dank anhaltenden Schneefalls haben heute schon (fast) sämtliche Familienmitglieder meiner Vermieterin in der Einfahrt herumgekratzt – morgens schon der Opa, später dann die Kinder (zugegeben mehr Schnee zu Schneebällen geformt als geschaufelt), und schließlich sie selbst…